B5 | Bachelor-Auftrags­pro­jekt

Dozent: Roland Schröder
LV-Nr.: 06369701 L05
Umfang: 8 SWS / 12 ECTS
Veran­stal­tungstyp: Projekt

ab 22. Oktober 2018
montags 14:00 – 18:00h
Raum: ISR Atelier


In der wach­senden Metro­pole Berlin werden die Anfor­de­rungen an den begrenzten Stadt­raum immer komplexer. Der stark stei­gende Radver­kehr, das Ziel der gleich­be­rech­tigten Teil­habe am öffent­li­chen Leben durch den Abbau von Barrieren, der Flächen­be­darf für einen leis­tungs­starken ÖPNV sowie die Erhö­hung der Verkehrs­si­cher­heit gerade für die schwä­cheren Verkehrsteilnehmer*innen sind bei der Umge­stal­tung von Stadt- und Stra­ßen­räumen ebenso zu berück­sich­tigen wie der stei­gende Bedarf nach höherer Aufenthalts‑, Wohn- und Lebens­qua­lität für eine hete­ro­gene Stadt­ge­sell­schaft. Demge­gen­über stehen aus der Zeit der Anlage auto­ge­rechter Städte über­lie­ferte Privi­le­gien des moto­ri­sierten Indi­vi­du­al­ver­kehrs, die Autofahrer*innen auch weiter für sich einfor­dern – während die Prognosen einen deut­li­chen Rück­gang des Auto­ver­kehrs erwarten lassen und die Notwen­dig­keit von (Ein-)Fahrverboten in Städte immer häufiger disku­tiert wird.

Im Mittel­punkt des Projektes stehen die Möglich­keiten der Stadt­raum­ge­stal­tung im Zusam­men­hang mit dem Neubau von Stra­ßen­bahn­stre­cken und der Anlage von (neuen) Radver­kehrs­an­lagen sowie der gezielten Verkehrs­ver­puf­fung. Andere Städte sind dabei wesent­lich weiter als Berlin und haben vormals dem Auto vorbe­hal­tene Straßen- und Platz­flä­chen weit­ge­hend verkehrs­be­ru­higt und grund­le­gend umge­staltet. Eine der im Berliner Koali­ti­ons­ver­trag 2016 bis 2021 fest­ge­hal­tenen Neubau­stre­cken der Stra­ßen­bahn wollen wir nicht auf ihre verkehr­liche Sinn­haf­tig­keit oder tech­ni­sche Mach­bar­keit unter­su­chen, sondern die von ihr ausge­henden Chancen für die Gestal­tung attrak­tiver und barrier­armer Stadt­räume mit neuer Auftei­lung des gesamten Stra­ßen­raums heraus­ar­beiten und in eigenen Vorschlägen aufbe­reiten. In den Entwürfen sollen die Vorteile für Menschen, Stadt sowie Umwelt deut­lich werden, die zu den verkehr­li­chen Verbes­se­rungen hinzu­kommen können, wenn Planungen früh­zeitig auch soziale und ökolo­gi­sche Aspekte aufgreifen. Zu den mögli­chen Bausteinen, die wir uns anschauen und für das komplexe Planungs­ge­biet Sonnen­allee entwi­ckeln wollen, gehören Platz­be­reiche, Sitz­ge­le­gen­heiten und Stadt­möbel, Grün- und Frei­flä­chen, Außen­be­reiche für Gewerbe sowie nach­fra­ge­ge­rechte und sichere Fuß- und Radver­kehrs­an­lagen.

Neben der Zusam­men­ar­beit mit dem Bündnis Pro Stra­ßen­bahn, dem 18 Initia­tiven und Parteien ange­hören, sind eine enge Abstim­mung mit der BVG, dem Bezirksamt Neukölln, der Senats­ver­wal­tung für Umwelt, Verkehr und Klima­schutz, der Initia­tive Volks­ent­scheid Fahrrad e. V., den Akteur*innen der Quar­tiers­ma­nage­ment­ge­biete entlang der Sonnen­allee, örtli­chen Initia­tiven sowie ein Austausch mit Bürger*innen vorge­sehen, um Ihre Vorstel­lungen kennen­zu­lernen.

Eine Exkur­sion soll den Teilnehmer*innen des Projektes anbieten, zu posi­tiven Beispielen der Stadt­raum­ge­stal­tung zu reisen.

Am 13. März 2019 findet in Berlin ein Kongress rund um das Thema Stra­ßen­bahn statt. Das Bündnis Pro Stra­ßen­bahn bekommt dort ein eigenes Panel, in dem die Projekt­er­geb­nisse voraus­sicht­lich einer inter­es­sierten Fach­öf­fent­lich­keit vorge­stellt werden können.