Klima­an­pas­sung in den Städten
Forderungen und Umsetzungspraxis
Dozent: Prof. Mitschang
WiSe 2020/21
FG Regionalplanung (Prof. Mitschang)

In den vergangenen Jahren hat der Klimaschutz durch die Klimapolitik an Aufmerksamkeit gewonnen. Ein Grund dafür sind die immer deutlicheren Auswirkungen des Klimawandels in Form von Extremwetterereignissen und Naturkatastrophen. Gerade die (Groß-)Städte sind hierbei zu betrachten, da durch die vorherrschende hohe Dichte an Bevölkerung, Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen sowie die daraus folgende Versiegelung in Kombination mit geringem Grünvolumen, die Auswirkungen des Klimawandels besonders ausgeprägt sind. Das Masterprojekt „Klimaanpassung in den Städten – Forderungen und Umsetzungspraxis“ beschäftigt sich im Wintersemester 2020/21 mit den Herausforderungen der Klimaanpassung und ihrer Umsetzung in der Bauleitplanung in einem Gebiet in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf. Ausgangspunkt dieser Betrachtung ist das Positionspapier des Deutschen Städtetages, in welchem Forderungen und Maßnahmen zur Klimaanpassung in Städten dargestellt werden. Um zu verdeutlichen, wie ein klimaangepasstes Gebiet entsprechend der Forderungen des Deutschen Städtetages aussehen könnte, wurde unabhängig der gesetzlichen Grenzen, ein städtebauliches Konzept entwickelt. Daraufhin erfolgt der Ausschluss von Maßnahmen, für deren Umsetzung der Bebauungsplan nicht als Instrument geeignet ist. Viele der Maßnahmen des Deutschen Städtetags konnten trotz der hohen Aktualität und der dringenden Notwendigkeit für Klimaanpassungsmaßnahmen nicht in einem Bebauungsplan festgesetzt werden. Durch die Erarbeitung wurde der begrenzte, wenn gleich auch ordnende Charakter des Instruments deutlich. Die Durchsetzungsfähigkeit vieler Klimaanpassungsmaßnahmen in Bestandsquartieren ist aufgrund des Schutzes von Eigentum gering und der ressourcenaufwändige Prozess daher nicht unbedingt gerechtfertigt. Dem gegenüber steht gleichzeitig Argument der hohen Verbindlichkeit eines Bebauungsplans, mit dem kein anderes Instrument in der Planung vergleichbar ist. Es ist dementsprechend genau abzuwägen, ob der Bebauungsplan oder gegebenenfalls andere Instrumente zielführend sind.

Abbildung: